SO FINDEN SIE UNS
DENKFABRIK
Gesundheit by FLYERALARM e.V.
Alfred-Nobel-Straße 20
97080 Würzburg
Jochen Seuling
E-Mail: info@denkfabrik.world
Telefon: 0160 8207065
Hitze ist weit mehr als eine Frage des Wohlbefindens. Sie greift direkt in lebenswichtige Körperfunktionen ein und das teils schneller, als wir es bemerken.
12.06.2026
Im zweiten Teil unserer Serie erklärt die DENKFABRIK Gesundheit, welche Mechanismen dabei ablaufen, welche Erkrankungen durch steigende Temperaturen zunehmen und welche neuen Gesundheitsrisiken inzwischen auch in unserer Region relevant sind.
Der menschliche Körper ist grundsätzlich gut darin, Wärme abzugeben – über Schwitzen, erweiterte Blutgefäße in der Haut und erhöhte Atemfrequenz. Doch diese Mechanismen stoßen bei anhaltender Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit oder körperlicher Belastung an ihre Grenzen. Die Folgen sind stufenweise:
Zu den moderateren Beschwerden gehören Hitzeausschlag, Wassereinlagerungen (Ödeme), kurze Ohnmachtsanfälle (Hitzesynkopen) und Muskelkrämpfe durch Elektrolytverlust. Hält die Belastung an, kann sich eine Hitzeerschöpfung entwickeln – mit Schwäche, Schwindel, Übelkeit und starkem Schwitzen.
Das Herz schlägt unter Hitzestress deutlich schneller, um mehr Blut an die Hautoberfläche zu pumpen und so Wärme abzugeben. Bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Durchblutungsstörungen kann dieser erhöhte Puls Infarkte oder Kreislaufkollapsen auslösen. In Kombination mit schlechter Luftqualität – wie sie in Städten an heißen Tagen häufig vorkommt – verstärken sich Atemwegserkrankungen zusätzlich, bis hin zu Lungenödemen und dem akuten Atemnotsyndrom.
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn folgende Zeichen auftreten:
Bis der Rettungsdienst eintrifft: Person in den Schatten bringen, flach lagern, mit feuchten Tüchern kühlen – aber nicht mit Eiswasser übergießen.
Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster schaffen in Bayern und Mainfranken Bedingungen, die früher nur aus südlicheren Regionen bekannt waren. Drei Entwicklungen sind besonders relevant:
Die Asiatische Tigermücke hat sich in den letzten Jahrzehnten in weiten Teilen Europas etabliert – auch in Bayern wurden bereits Bestände nachgewiesen. Sie ist Überträgerin von Erregern wie dem Dengue-Virus, dem Chikungunya-Virus und dem Zika-Virus. Erkrankungen, die noch vor wenigen Jahren ausschließlich als importierte Tropenkrankheiten galten, können künftig auch ohne Auslandsreise auftreten.
Mildere Winter und feuchtere Sommer begünstigen die Zeckenaktivität erheblich. Das Risiko einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – einer vom Zeckenbiss übertragenen Hirnhautentzündung – steigt in Bayern seit Jahren. Unterfranken und damit die Region Würzburg/Mainfranken gehören zu den offiziellen FSME-Risikogebieten des Robert Koch-Instituts. Zudem breiten sich neue, aus südlicheren Ländern stammende Zeckenarten wie die Hyalomma-Schildzecke auch in Deutschland aus.
Mehr Sonnentage und weniger Bewölkung bedeuten eine höhere UV-Belastung für Haut und Augen. Hautkrebs ist bereits heute eine der häufigsten Krebserkrankungen weltweit – und die Fallzahlen steigen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Was in den 1970er und 1980er Jahren noch als Schönheitsideal galt (eine tiefe Bräune), wird heute medizinisch klar eingeordnet: UV-Licht ist nicht unschädlich, und konsequenter Lichtschutz ist keine Übervorsicht, sondern wirksame Krebsprävention.
Das Wissen um diese Risiken ist der erste Schritt. Im dritten und letzten Teil unserer Serie zeigt die DENKFABRIK Gesundheit Mainfranken, welche konkreten Maßnahmen Sie ergreifen können – für sich selbst, für Ihre Familie und für Menschen in Ihrer Umgebung. Von der richtigen Kleidung über Sonnenschutz bis zur sicheren Lagerung von Medikamenten bei Hitze.
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