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DENKFABRIK
Gesundheit by FLYERALARM e.V.
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97080 Würzburg
Jochen Seuling
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Nach dem Überblick über Ursachen und Risiken kommt im dritten Teil unserer Serie das Wichtigste:
Was können Sie konkret tun?
Die DENKFABRIK Gesundheit hat die wirksamsten Empfehlungen zusammengestellt – aus medizinischer Sicht, praxisnah und für den Alltag in unserer Region.
22.06.2026
Der erste und wichtigste Schritt in einer Hitzewelle ist die Anpassung des Tagesablaufs. Der menschliche Körper verträgt Belastung besser, wenn er nicht gleichzeitig gegen extreme Wärme ankämpfen muss. Das bedeutet konkret: körperliche Aktivitäten, Einkäufe und anstrengende Erledigungen gehören in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn die Temperaturen noch erträglich sind.
Wohnräume lassen sich effektiv kühl halten, wenn man tagsüber Rollläden, Jalousien oder Vorhänge schließt und die Fenster erst nach Sonnenuntergang öffnet. Wer einen Keller hat, sollte ihn als kühlen Rückzugsort nutzen. Öffentliche klimatisierte Räume – Bibliotheken, Einkaufszentren, Museen – sind bei extremer Hitze ebenfalls eine gute Option, insbesondere für ältere Menschen, die alleine leben.
Ausreichend zu trinken ist bei Hitze lebensnotwendig – und wird dennoch regelmäßig unterschätzt. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, weil das Durstgefühl im Alter physiologisch nachlässt. Der Körper meldet Flüssigkeitsmangel dann erst, wenn er bereits spürbar dehydriert ist.
Empfohlen werden täglich 1,5 bis 2 Liter, bei Hitze und körperlicher Aktivität deutlich mehr. Am besten geeignet sind stilles Leitungs- oder Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee, Minztee mit etwas Zitrone oder verdünnte Saftschorlen. Wichtig: nicht eiskalt trinken – der Körper reagiert auf kalte Flüssigkeiten mit einer Gegenregulation, die zusätzliche Wärme erzeugt.
Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke sollten in Hitzephasen gemieden werden. Beide entziehen dem Körper Wasser und löschen den Durst nur scheinbar.
Ein bewährter Trick: Stellen Sie sich morgens zwei volle Wasserflaschen oder eine große Teekanne gut sichtbar auf den Tisch. Ziel ist es, diese bis zum Abend geleert zu haben – am besten mit einem Glas pro Stunde als Orientierung. Wer Menschen in seiner Umgebung betreut, kann daran erinnern oder die Flaschen bereitstellen.
Je schwerer und fettreicher eine Mahlzeit ist, desto mehr Energie muss der Körper für die Verdauung aufwenden und desto mehr Wärme entsteht dabei. An heißen Tagen empfehlen sich daher mehrere kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten über den Tag verteilt. Wasserreiches Obst und Gemüse wie Gurke, Wassermelone, Tomate, Paprika oder Salat eignen sich besonders gut – sie liefern gleichzeitig Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe.
Ein weiterer Hinweis: Lebensmittelhygiene wird bei Hitze besonders wichtig. Speisen, die Bakterien wie Salmonellen eine ideale Vermehrungsgrundlage bieten – rohes Fleisch, Eierprodukte, Sahnespeisen – sollten bei hohen Temperaturen nicht unnötig lange ungekühlt stehen. Kühlketten beim Einkauf einhalten, frische Lebensmittel bevorzugen und gründliches Händewaschen reduzieren das Risiko von Magen-Darm-Erkrankungen erheblich.
Sonnenschutz ist keine Frage des Alters. Er schützt vor schmerzhaften Sonnenbränden, vor vorzeitiger Hautalterung und – langfristig – vor Hautkrebs. Dabei kommt es nicht nur auf das Produkt an, sondern auch auf die richtige Anwendung.
Für den Körper gilt: etwa ein Schnapsglas voll Sonnenschutzmittel auftragen – das klingt nach viel, entspricht aber der Menge, die tatsächlich ausreichend Schutz bietet. Für Gesicht und Hals empfiehlt sich die sogenannte Zwei-Finger-Regel: Zwei parallele Streifen Sonnenschutzmittel entlang von Zeige- und Mittelfinger auftragen und gleichmäßig verteilen.
Bei längerem Aufenthalt draußen alle zwei Stunden nachcremen – sowie nach jedem Bad, Abtrocknen oder starkem Schwitzen. Körperstellen, die häufig vergessen werden: Ohren, Nacken, Handrücken, Fußrücken, Lippen und – bei lichtem Haar – die Kopfhaut.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte sich vor einer Hitzewelle unbedingt bei Arzt oder Apotheke informieren. Denn Hitze kann auf zwei Arten zum Problem werden: Sie verändert die Wirkung mancher Medikamente im Körper – und sie kann Arzneimittel selbst unbrauchbar machen.
Einige Präparate hemmen die Schweißproduktion, beeinträchtigen die Durchblutung der Haut oder fördern den Elektrolytverlust – und verstärken dadurch Herz-Kreislaufprobleme in Hitzesituationen. Dazu können unter anderem Diuretika, bestimmte Blutdruckmittel, Antidepressiva und Antihistaminika gehören.
Was die Lagerung betrifft: Die optimale Temperatur für die meisten Arzneimittel liegt zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Einige Präparate – darunter Insuline und bestimmte Augentropfen – müssen zwischen 2 und 8 Grad gekühlt werden. Medikamente niemals im aufgeheizten Auto lassen; während der Fahrt am besten unter dem Vordersitz transportieren, wo es kühler bleibt.
Hitze kann Medikamente beschädigen, ohne dass dies von außen sichtbar ist: Asthmasprays verlieren in der Sonne an Dosiergenauigkeit, Cremes können sich entmischen, und einmal geschmolzene Zäpfchen sind auch nach dem Abkühlen nicht mehr gleichmäßig wirksam.
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