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Welcher Lichtschutzfaktor, welche Kleidung? Und wie ist das mit der Ernährung? Der Würzburger Dermatologe Andreas Eggert weiß, was wirklich hilft, um die Haut im Sommer gegen gefährliche UV-Strahlung zu schützen.
07.08.2026
von Petra Breitenbach-Czermin
Sie steigen stark: die Umsätze der Kosmetikbranche, allen voran im Bereich Hautpflege. Sie steigen noch viel stärker: die Zahlen der Hautkrebsfälle, von 2005 bis 2023 um 121 Prozent.
Dementsprechend stehen in Drogerien und Apotheken regalmeterweise kleine Helfer bereit: gegen Fältchen und Flecken, für strahlende, glatte Haut – und für geschützte, gesunde. Wie einfach wäre es, wenn schön und gesund dasselbe wären. Pflegeprodukte, die den Teint verbessern, uns frischer aussehen lassen und zugleich schädliche UV-Strahlung abfangen: Es gibt sie, sie werden gekauft, und sie funktionieren auch.
Und doch sagt Dr. Andreas Eggert von der Würzburger Praxis Hautärzte Heinestraße: „Es ist nicht trockene oder faltige Haut, die eher Sonnenbrand bekommt.“ Es ist die Haut, die zu wenig geschützt ist. Und „wenig“ ist wörtlich zu nehmen, denn beim Sonnenschutz gilt: viel hilft viel. Die meisten Menschen nutzen schlicht zu wenig davon. „Allein für Gesicht und Nacken muss es ein Teelöffel voll sein, etwa 5 ml. Kommen Dekolleté, Schultern, Arme und Beine dazu, ist man schnell bei einigen Esslöffeln. Und weniger ist zu wenig“, erklärt Eggert.
Die Rechnung ist einfach. Je nach Typ schützt sich die Haut zwischen fünf und zwanzig Minuten lang selbst vor der Sonne. Nutzen wir ein Produkt mit Lichtschutzfaktor 30 (LSF 30), verlängert sich diese Zeitspanne auf das maximal Dreißigfache – allerdings mit zwei wichtigen Einschränkungen: nur, wenn man wirklich reichlich aufträgt und spätestens alle zwei Stunden nachcremt. Eine Gesichtscreme mit LSF in der Packungsgröße von 50 ml reicht im Sommer also gerade einmal eine Woche. Zudem, so gibt der Dermatologe zu bedenken, wird der angegebene Lichtschutzfaktor in der Praxis oft nicht vollständig erreicht.
Wogegen genau müssen wir uns eigentlich schützen – UVA oder UVB? Gegen beides, immer. Zwar verursacht nur die UVB-Strahlung Sonnenbrand. „Sonnenbrände müssen wir unbedingt vermeiden. Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel“, warnt Eggert. Doch auch die UVA-Strahlung richtet ernste Schäden an der DNA an und sorgt obendrein für Falten.
„Die absolute Menge an UV-Strahlung ist es, die wir reduzieren müssen. Immer, wenn wir rausgehen. Nicht nur im Urlaub, nicht nur im Sommer, nicht nur am Meer oder in den Bergen.“ Im Urlaub schützt sich fast jeder gegen die Sonne. Bei der Gartenarbeit, beim Kaffee auf dem Balkon oder der Gassirunde mit dem Hund hingegen fast niemand.
Nach einem verlässlichen Gütesiegel gefragt, verweist Eggert auf das UVA-Zeichen: die drei Buchstaben, umschlossen von einer feinen Kreislinie. Wo es steht, ist neben dem UVB- auch der UVA-Schutz gesichert. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) formuliert es klipp und klar: „Gesunde Bräune gibt es nicht“. Eine Aussage, der sich Eggert vorbehaltlos anschließt. Wird die Haut braun, ist sie bereits im Abwehrmodus gegen die UV-Strahlung. „Dann hat man sich zu wenig eingecremt.“
Hilfreich bei der Selbstuntersuchung der Haut zur Beurteilung von Pigmentmalen ist die sogenannte A-B-C-D-E-Regel
Auffällig ist ein Mal, das in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval ist.
Die Begrenzung eines Pigmentmals sollte scharf und regelmäßig sein. Eine unscharfe Begrenzung sollte ebenso Anlass zur Vorsicht sein wie unregelmäßige Ausfransungen an einem Mal.
Hat ein Muttermal mehrere Farbtönungen, muss es genau beobachtet werden.
Ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer ist als zwei Millimeter, sollte in jedem Fall beobachtet werden.
Hat sich ein Muttermal verändert? Ist es größer, erhabener oder unregelmäßiger geworden oder juckt oder blutet es gar? Wenn Sie etwas Auffälliges entdecken
Für ihn als Dermatologen steht der Schutz der Haut klar über der körpereigenen Produktion von Vitamin D. „Vitamin D kann man problemlos über Tabletten zu sich nehmen, am besten ganzjährig. Wir haben eigentlich alle immer zu wenig davon.“ Entscheidend für das Hautkrebsrisiko sind die über die Jahre angesammelten Schäden, weshalb Menschen ab 50 Jahren besonders häufig betroffen sind. „Zeit ist der entscheidende Faktor, wer 40 oder 50 ist, hat schon deutlicher länger UV-Schäden gesammelt als ein junger Mensch.“ Dennoch, so Eggert weiter, könne die Krankheit in jedem Alter auftreten. Fast alle Formen von Hautkrebs gehen auf UV-Strahlung zurück, und besonders häufig zeigt sie sich dort, wo die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt war.
Ernährung oder Nahrungsergänzung spiele beim Schutz vor Sonnenschäden nur eine untergeordnete Rolle, sagt Eggert; der beste Rat sei eine ausgewogene Kost, die den Körper mit allen nötigen Vitaminen versorgt. Höchst wirksam dagegen sei der Schutz durch geeignete Kleidung – möglichst dicht gewebt und dunkel.
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