SO FINDEN SIE UNS
DENKFABRIK
Gesundheit by FLYERALARM e.V.
Alfred-Nobel-Straße 20
97080 Würzburg
Jochen Seuling
E-Mail: info@denkfabrik.world
Telefon: 0160 8207065
Sie sind ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung – die Apotheken vor Ort. Doch ihre Zahl sinkt ständig – ein Trend, der seit Jahren anhält und damit auch das Gemeinwohl gefährdet. Bundesweit gab es Ende 2024 nur noch rund 17.041 Apotheken – der niedrigste Stand seit fast fünf Jahrzehnten. Auch Mainfranken bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont.
05.01.2026
Das vertraute rote „A“ – es verschwindet zunehmend aus dem Straßenbild. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten ist die Zahl der Apotheken in der Region Mainfranken spürbar zurückgegangen: Von 142 Apotheken im Jahr 2010 auf 128 im Jahr 2020 – ein Minus von fast 10 %. Allein in Würzburg reduzierte sich ihre Anzahl im gleichen Zeitraum von 48 auf noch 42. Die Abnahme hält seitdem weiter an.
Dass dieses Entwicklung – im wahrsten Sinne – nicht gesund ist, ist klar. Die Bevölkerung altert, der Bedarf steigt – doch die Zahl der Apotheken sinkt. Die Versorgungslage wird schlechter. Die Apothekendichte liegt mit 20 pro 100.000 Einwohnern in Deutschland ohnehin schon unter dem EU-Durchschnitt berichtet das Portal ´Apotheke Adhoc´. Von weiteren Schließungen sind zunehmend versorgungsrelevante Apotheken bedroht, und dies nicht nur auf dem Land.
Die Ursachen sind vielfältig. Allen voran der wirtschaftliche Druck: Das Apothekenhonorar wurde seit 2013 nicht angepasst, während Kosten für Personal und Energie explodieren.
Zudem fehlen oft Nachwuchs und Nachfolgeregelungen – das Problem des Fachkräftemangels. Junge Apotheker scheuen die Zukunftsperspektiven der Selbstständigkeit, viele wechseln in die Industrie. Zudem sorgt die Online- Konkurrenz durch Versandhändler für ungleiche Konkurrenz. Digitale Anbieter für Arzneimittel locken mit Rabatten und bequemer Lieferung. Ein EuGH-Urteil erlaubt ausländischen Versandapotheken Preisnachlässe, was stationäre Betriebe eindeutig benachteiligt!
Unbestritten - die gefährdete Zukunft der Apotheken vor Ort bedeutet mehr als den Verlust einer Tradition und die Verschiebung von Arzneimittelversorgung ins Online-Business. Die durch Apotheken wohnortnahe Versorgung ist schneller, persönlicher und in Notfällen unverzichtbar. Sie sind oft die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen – besonders in ländlichen Regionen, wo ärztliche Versorgung abnimmt. Längere Wege zur nächsten Apotheke (bis zu 15 km in ländlichen Gebieten) gefährden die Versorgung von älteren, kranken oder mobilitätseingeschränkten Menschen.
Trotz digitaler Angebote bleibt die Apotheke vor Ort deshalb ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung. Apothekerinnen und Apotheker sind nicht nur Verkäufer, sondern Gesundheitsberater. Wechselwirkungen prüfen, Nebenwirkungen erklären – das kann kein Algorithmus. Apotheken genießen ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung – oft sogar höher als Ärztinnen und Ärzte. Sie bieten niedrigschwellige, kompetente Beratung, die durch Online-Angebote nicht ersetzt werden kann. 59 Prozent der Kunden kennen ihr Apothekenteam persönlich. Diese Nähe schafft Sicherheit.
Bei akuten Erkrankungen zählt zudem jede Minute. Apotheken leisten jährlich rund 420.000 Notdienste – ein Service, den Online-Anbieter nicht bieten. Zusätzliche Leistungen: Blutdruckmessung, Impfberatung, individuelle Rezepturen – alles vor Ort. Und ebenfalls nicht ersetzbar ist ihre soziale Funktion: Für ältere Menschen sind Apotheken oft die erste Anlaufstelle bei Beschwerden.
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