Klimawandel und seine Folgen für unsere Gesundheit
Der Sommer in Mainfranken wird heißer. Nicht nur gefühlt, sondern messbar: Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad nimmt in der Region seit Jahrzehnten zu, Hitzeperioden dauern länger und die Nächte kühlen sich immer seltener ausreichend ab. Was sich nach einem angenehmen Sommerproblem anhört, hat ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen. Für viele Menschen in unserer Region mehr, als sie ahnen.
Die DENKFABRIK Gesundheit nimmt dieses Thema ernst. In dieser dreiteiligen Serie erklären wir, was Hitze mit dem menschlichen Körper macht, welche neuen Risiken der Klimawandel mit sich bringt und was Sie konkret tun können.
Hitze ist kein Komfortproblem, sie ist ein Gesundheitsrisiko
Hitzewellen sind nicht nur unangenehm. Sie können ernsthaft krank machen und in extremen Fällen, Leben kosten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Statistisch steigt die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen während einer Hitzeperiode um 2,2 Prozent pro Grad Celsius Temperaturanstieg. Das klingt abstrakt bedeutet in der Praxis aber, dass ein einzelner heißer Sommer in Deutschland zu Tausenden zusätzlicher Todesfälle führen kann.
Neben den Hitzewellen bringen auch andere Extremwetterereignisse gesundheitliche Belastungen mit sich: Starkregen und Überschwemmungen schädigen Infrastruktur und erhöhen das Infektionsrisiko, Dürreperioden belasten die Atemwege durch vermehrten Feinstaub und Pollenflug und die allgemeine psychische Belastung durch Klimaangst und Extremerlebnisse nimmt ebenfalls zu.
Wer ist besonders gefährdet?
Nicht alle Menschen sind gleichermaßen von Hitze betroffen. Bestimmte Gruppen tragen ein deutlich erhöhtes Risiko und viele von ihnen wissen das nicht.
Risikogruppen bei Hitze
- Ältere Menschen ab 65 Jahren (eingeschränkte Wärmeregulation des Körpers)
- Säuglinge und Kleinkinder
- Schwangere
- Menschen mit chronischen Erkrankungen (Herz, Lunge, Niere, Diabetes)
- Personen, die Medikamente einnehmen, die die Wärmeregulation beeinflussen
- Obdachlose Menschen ohne Zugang zu kühlen Räumen
- Personen in Pflegeeinrichtungen
- Menschen, die beruflich im Freien tätig sind (Baugewerbe, Landwirtschaft, Pflege)
Ein besonders wichtiger Hinweis:
Viele Menschen, die objektiv zur Risikogruppe gehören, schätzen sich selbst nicht so ein.
Wer sich körperlich fit fühlt oder im Alltag aktiv ist, unterschätzt oft, wie stark Hitze den Organismus belastet.
Das ist einer der Hauptgründe, warum Hitzewellen regelmäßig mehr Opfer fordern als erwartet.
Hitze als Teil eines größeren Bildes
Klimawandel bedeutet nicht nur mehr Hitze. Er verändert das gesamte Wettergefüge – mit weitreichenden Folgen für die Gesundheitsversorgung in Regionen wie Mainfranken. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen sich auf häufigere Belastungsspitzen einstellen, hausärztliche Praxen erleben in Hitzewellen einen Anstieg bei Notfällen und der öffentliche Raum (Straßen, Parks, Plätze) wird für vulnerable Gruppen im Hochsommer zum Risiko.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und gezielten Maßnahmen lassen sich viele dieser Risiken erheblich verringern. Was Hitze im Körper konkret auslöst und welche weiteren Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel zunehmen, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie.



